Ausbildung

Duale Ausbildung: Ablauf, Dauer, Gehalt und Vorteile

Junge Person mit grünem Oberteil steht selbstbewusst an einer Werkbank mit Schraubenschlüssel und Ordner vor angedeuteter Werkstatt und Schultafel auf dunklem Hintergrund.
Junge Person mit grünem Oberteil steht selbstbewusst an einer Werkbank mit Schraubenschlüssel und Ordner vor angedeuteter Werkstatt und Schultafel auf dunklem Hintergrund.

Die duale Ausbildung ist die gängigste Form der Berufsausbildung in Deutschland. Ende 2025 waren über 1,2 Millionen Menschen in einer dualen Ausbildung. Und die Auswahl ist groß: Aktuell gibt es in Deutschland 324 anerkannte Ausbildungsberufe. Das Prinzip dahinter bleibt immer gleich: Praxis im Betrieb, Theorie in der Berufsschule. Wenn du dich fragst, ob eine duale Ausbildung nach der Schule das Richtige für dich ist, erfährst du hier, wie sie abläuft, was du verdienst und welche Vorteile sie dir bringt.

Was ist eine duale Ausbildung?

Dual heißt: Du lernst an zwei Orten gleichzeitig. Den größten Teil deiner Zeit verbringst du im Ausbildungsbetrieb und arbeitest dort richtig mit. Parallel besuchst du die Berufsschule, in der dir die theoretischen Grundlagen deines Berufs vermittelt werden. Beides gehört fest zusammen, du entscheidest dich also nicht für das eine oder das andere.

Eine klassische duale Ausbildung dauert je nach Beruf 2 bis 3,5 Jahre. Wie lange genau, legt die Ausbildungsordnung deines Berufs fest, sie steht auch in deinem Ausbildungsvertrag. Wenn du gute Leistungen zeigst oder bereits Vorkenntnisse mitbringst, kannst du die Ausbildungszeit außerdem verkürzen.

Wie läuft der Berufsschulunterricht ab?

Für den Unterricht gibt es zwei gängige Modelle. Beim wöchentlichen Modell hast du je nach Ausbildungsberuf und Ausbildungsjahr meist 1 bis 2 Tage pro Woche Berufsschule und arbeitest die restlichen 3 bis 4 Tage im Betrieb. Beim Blockunterricht bist du dagegen mehrere Wochen am Stück im Betrieb und gehst dann für ganze Wochen in die Berufsschule, in denen du auch Prüfungen schreibst.

Beide Modelle haben ihre Stärken: Der Blockunterricht lässt dich länger am Stück in einem Thema bleiben, das wöchentliche Modell macht deinen Alltag abwechslungsreicher, weil sich deine Woche in Arbeitstage und Berufsschultage aufteilt.

Auch die Berufsschule hat Ferien, so wie du es aus deiner Schulzeit kennst. In dieser Zeit bist du ganz normal im Betrieb, und genau dann nimmst du in der Regel auch deinen Urlaub. In Unterrichtswochen ist das kaum möglich, denn an Berufsschultagen gilt Anwesenheitspflicht.

Zwischenprüfung und Abschlussprüfung

Etwa in der Mitte deiner Ausbildung steht die erste größere Prüfung an. In vielen Berufen ist das noch die klassische Zwischenprüfung: Sie zeigt dir, wo du stehst, zählt aber nicht in die Endnote. Immer mehr Ausbildungsordnungen setzen jedoch auf die gestreckte Abschlussprüfung. Dort ersetzt Teil 1 die Zwischenprüfung und geht bereits mit rund 20 bis 40 Prozent in dein Endergebnis ein. Schau deshalb früh nach, welches Modell in deinem Beruf gilt.

Am Ende deiner Ausbildung legst du die Abschlussprüfung vor der für dich zuständigen Kammer ab. Welche das ist, hängt von deinem Beruf ab: In Industrie und Handel prüft die Industrie- und Handelskammer, im Handwerk die Handwerkskammer, in anderen Bereichen zum Beispiel die Ärztekammer oder die Rechtsanwaltskammer. Geprüft wird je nach Beruf schriftlich, mündlich und praktisch. Wenn du bestanden hast, bist du offiziell Fachkraft in deinem Beruf.

Was du in der dualen Ausbildung verdienst

Du verdienst von Beginn an dein eigenes Geld. Wie viel genau, hängt von deinem Ausbildungsberuf, deinem Ausbildungsjahr und dem Tarifvertrag deines Betriebs ab. Nach unten gibt es aber eine gesetzliche Grenze: Wer 2026 eine duale Ausbildung beginnt, bekommt im ersten Ausbildungsjahr mindestens 724 Euro brutto im Monat. Diese Mindestausbildungsvergütung steigt in den Folgejahren gesetzlich an, um 18 Prozent im zweiten, 35 Prozent im dritten und 40 Prozent im vierten Ausbildungsjahr. Viele Betriebe zahlen deutlich mehr als diesen Mindestbetrag.

Vorteile einer dualen Ausbildung

Die duale Ausbildung verbindet mehrere Dinge, die andere Wege so nicht bieten. Du verdienst von Anfang an dein eigenes Geld und wirst finanziell früher unabhängig. Du lernst deinen Beruf im echten Arbeitsalltag und merkst sofort, wofür die Theorie aus der Berufsschule gut ist. Du sammelst ab Tag eins Berufserfahrung, die im Lebenslauf zählt. Und dein Abschluss ist bundesweit anerkannt.

Dazu kommen gute Aussichten auf einen festen Job. Laut dem IAB-Kurzbericht 14/2025 wurden 2024 rund 79 Prozent der Auszubildenden nach ihrem Abschluss vom Ausbildungsbetrieb übernommen, der höchste Wert seit Jahren. Und nach der Ausbildung ist längst nicht Schluss: Du kannst dich weiterbilden, einen Meister oder Fachwirt machen oder später noch studieren.

Fazit

Wenn du dich fragst, was nach der Schule zu dir passt, kann die duale Ausbildung eine starke Option sein. Sie lohnt sich vor allem dann, wenn du Praxis und Theorie verbinden willst und in einem Beruf arbeiten möchtest, in dem eine duale Ausbildung üblich ist.

Noch unsicher, ob es eine Ausbildung oder ein Studium werden soll? Dann hilft dir unser Vergleich Ausbildung oder Studium weiter. Und wenn für dich schon feststeht, dass es eine Ausbildung wird, verschaff dir einen Überblick über die beliebtesten Ausbildungsberufe und bewirb dich frühzeitig, um deine Chancen auf deinen Wunsch-Ausbildungsplatz zu erhöhen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine duale Ausbildung?

Eine duale Ausbildung dauert je nach Beruf 2 bis 3,5 Jahre. Die genaue Dauer legt die Ausbildungsordnung deines Berufs fest, sie steht auch in deinem Ausbildungsvertrag. Bei guten Leistungen oder mit passenden Vorkenntnissen kannst du die Ausbildungszeit verkürzen.

Wie viel verdient man in einer dualen Ausbildung?

Das hängt von Beruf, Ausbildungsjahr und Tarifvertrag ab. Wer 2026 startet, bekommt im ersten Ausbildungsjahr aber mindestens 724 Euro brutto im Monat, das ist die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. In den folgenden Ausbildungsjahren steigt dieser Mindestbetrag gesetzlich an, und viele Betriebe zahlen ohnehin mehr.

Wer nimmt die Abschlussprüfung ab?

Das übernimmt die für deinen Beruf zuständige Kammer. In Industrie und Handel ist das die Industrie- und Handelskammer, im Handwerk die Handwerkskammer, in anderen Bereichen zum Beispiel die Ärztekammer oder die Rechtsanwaltskammer. Geprüft wird je nach Beruf schriftlich, mündlich und praktisch.

Yannick Heubrock

Schreibt im StickTo Blog über Ausbildung, Studium und den Weg in die Arbeitswelt, damit Berufsorientierung endlich einfach wird.

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