Studium

Studienplatz-Absage: 7 Möglichkeiten, wie es weitergeht

Eine Person im grünen Shirt steht an einem Scheideweg. Schilder zeigen auf verschiedene Wege in verschiedene Richtungen. In der Hand hält die Person einen Zettel.

Du hast deinen Wunschstudiengang gefunden, dich beworben und hattest eigentlich schon genau vor Augen, wie dein erstes Semester aussieht. Dann kommt die Absage. Erst einmal: Das ist blöd. Aber es ist nicht das Ende deines Plans.

Eine Absage bedeutet nämlich nicht automatisch, dass du deinen Wunsch aufgeben musst. Es gibt noch einige Möglichkeiten, wie du trotzdem ans Ziel kommst. Und wenn es dieses Jahr wirklich nicht klappt, kannst du die Zeit sinnvoll nutzen.

Möglichkeit 1: Nachrückverfahren nutzen

Bevor du direkt nach einem Plan B suchst, lohnt sich ein Blick auf das Nachrückverfahren. Werden Studienplätze frei, weil andere Bewerber:innen ihre Zulassung nicht annehmen, können diese Plätze später noch vergeben werden. Bei Studiengängen, die am koordinierten Nachrücken teilnehmen, kannst du dich dafür unter bestimmten Voraussetzungen aktiv anmelden.

Wichtig: Das funktioniert nicht bei jedem Studiengang und nicht automatisch. Das Anmeldefenster ist außerdem sehr kurz und liegt direkt nach dem Ende der Koordinierungsphase. Informiere dich deshalb früh bei der Hochschule oder über Hochschulstart, welche Fristen für deinen Studiengang gelten.

Möglichkeit 2: Beim Losverfahren dein Glück versuchen

Auch nach dem Nachrücken können an Hochschulen noch einzelne Studienplätze frei sein. Diese werden teilweise über ein Losverfahren vergeben. Dabei zählen weder Abiturnote noch Wartezeit: Jede Person mit Hochschulzugangsberechtigung hat dieselbe Chance.

Die Anmeldung läuft direkt über die jeweilige Hochschule, und auch die Fristen sind unterschiedlich. Einen Überblick über freie Plätze bietet die Studienplatzbörse des Hochschulkompass. Heißt für dich: Wenn dein Wunschstudiengang noch nicht komplett vom Tisch ist, schau dort und auf den Seiten der Hochschulen regelmäßig vorbei. Ein bisschen Glück gehört hier tatsächlich dazu.

Möglichkeit 3: Ähnliche Studiengänge anschauen

Vielleicht muss es nicht exakt dieser eine Studiengang sein. Du willst beispielsweise Psychologie studieren? Dann könnten auch verwandte Studiengänge wie Wirtschaftspsychologie oder Sozialwissenschaften interessant sein. Du interessierst dich für Medien? Vielleicht passen Kommunikationswissenschaften, Medienmanagement oder Mediendesign ebenfalls zu dir.

Manchmal geht es dir nämlich gar nicht um den konkreten Namen des Studiengangs, sondern um ein bestimmtes Thema oder Berufsziel. Wie du systematisch herausfindest, was wirklich zu dir passt, zeigt dir unser Artikel Den richtigen Studiengang finden.

Möglichkeit 4: Im nächsten Semester erneut bewerben

Du kannst dich im nächsten Semester oder im nächsten Jahr einfach noch einmal bewerben. Wichtig zu wissen: Reines Warten verbessert deine Chancen heute kaum noch. Für die bundesweit zulassungsbeschränkten Fächer wurde die Wartezeitquote abgeschafft, Wartesemester werden dort nicht mehr angerechnet. Nur bei einzelnen örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen spielen sie teilweise noch eine Rolle.

Was dagegen wirklich hilft: die Zeit aktiv nutzen. Du kannst arbeiten, Geld sparen, einen Sprachkurs machen, dich ehrenamtlich engagieren oder erste Berufserfahrung sammeln. Manche Hochschulen berücksichtigen einschlägige Praktika oder eine abgeschlossene Ausbildung sogar in ihren eigenen Auswahlverfahren.

Noch besser: Nutze die Zeit, um herauszufinden, ob dein Studienwunsch wirklich zu dir passt. Denn vielleicht merkst du nach einem Praktikum plötzlich, dass du eigentlich etwas ganz anderes machen willst.

Möglichkeit 5: Ausbildung als Plan B

Eine Ausbildung ist nicht automatisch die schlechtere Alternative zum Studium. Ganz im Gegenteil: Du verdienst vom ersten Tag an dein eigenes Geld, lernst deinen Beruf in der Praxis kennen und hast nach zwei bis dreieinhalb Jahren einen fertigen Abschluss in der Tasche.

Und dein Studium kannst du später immer noch machen. Mit abgeschlossener Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung kannst du in Deutschland sogar ohne Abitur studieren, die genauen Voraussetzungen legt jedes Bundesland selbst fest. Eine Ausbildung ist also nicht das Ende deines ursprünglichen Plans, sondern ein Umweg, der dir neue Türen öffnet.

Möglichkeit 6: Praktikum als Sprungbrett

Du weißt noch nicht genau, was du stattdessen machen möchtest? Dann probier es aus.

Ein Praktikum gibt dir einen echten Einblick in einen Beruf und kann dir helfen, herauszufinden, ob eine bestimmte Richtung wirklich zu dir passt. Und manchmal wird aus einem Praktikum sogar direkt ein Ausbildungsplatz.

Möglichkeit 7: Ein Gap Year einlegen

Ein Jahr zwischen Schule und Studium muss kein verlorenes Jahr sein. Work and Travel, ein Freiwilligendienst, ein längeres Praktikum oder mehrere kürzere Stationen können dir Erfahrungen bringen, die du später nicht mehr missen möchtest. Entscheidend ist nur, dass du das Jahr bewusst nutzt und es nicht einfach verstreichen lässt. Was dafür und was dagegen spricht, liest du in Gap Year nach der Schule.

Dein Plan B kann besser sein als dein Plan A

Natürlich fühlt sich eine Absage zunächst wie ein Rückschlag an. Aber vielleicht ist sie einfach eine Abzweigung.

Du musst nicht sofort wissen, welcher Weg der perfekte ist. Wichtig ist, dass du weitergehst und verschiedene Möglichkeiten ausprobierst. Denn manchmal führt der Weg zum Ziel eben nicht geradeaus.

Und genau dafür gibt es StickTo: Falls dein Wunschstudiengang nicht klappt, kannst du in der App direkt loslegen und dich durch passende Ausbildungsplätze, Praktika und weitere Möglichkeiten swipen. So findest du vielleicht genau die Alternative, an die du vorher noch gar nicht gedacht hast.

Häufige Fragen

Zählen Wartesemester heute noch?

Für die bundesweit zulassungsbeschränkten Fächer wie Medizin oder Pharmazie wurde die Wartezeitquote abgeschafft, dort werden Wartesemester nicht mehr angerechnet. Bei einzelnen örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen können sie noch eine kleine Rolle spielen. Verlass dich aber nicht darauf: Es bringt dir mehr, die Zeit für ein Praktikum, einen Job oder einen Freiwilligendienst zu nutzen.

Wie komme ich nach einer Absage doch noch an einen Studienplatz?

Nach dem regulären Vergabeverfahren gibt es zwei Nachrunden: das koordinierte Nachrücken über Hochschulstart und die Losverfahren der einzelnen Hochschulen. Für das Nachrücken musst du dich aktiv anmelden, und das Zeitfenster dafür ist sehr kurz. Freie Restplätze findest du außerdem in der Studienplatzbörse des Hochschulkompass.

Kann ich nach einer Ausbildung später noch studieren?

Ja, eine Ausbildung schließt ein späteres Studium nicht aus. Mit abgeschlossener Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung kannst du in Deutschland sogar ohne Abitur studieren, die genauen Voraussetzungen legt jedes Bundesland selbst fest. Manche Hochschulen berücksichtigen eine Berufsausbildung zusätzlich in ihren eigenen Auswahlverfahren.

Yannick Heubrock

Schreibt im StickTo Blog über Ausbildung, Studium und den Weg in die Arbeitswelt, damit Berufsorientierung endlich einfach wird.

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Ist die StickTo-App kostenlos?

Ja, StickTo ist für Schüler:innen komplett kostenlos. Es gibt keine Werbung, kein Abo, keine Premium-Funktionen.

Ab wann kann ich StickTo benutzen?

Sobald das erste Praktikum in der Schule ansteht, stellt sich die Frage: Wo will ich das machen? Ab diesem Zeitpunkt startet die Berufsorientierung und StickTo hilft dabei, einen Überblick zu bekommen.

Wie funktioniert das Swipe-Prinzip in StickTo?

Anhand der Swipes ermittelt die App automatisch, was die Jugendlichen interessiert, und schlägt auf Basis dessen passende Berufe, Unternehmen und Hochschulen vor.

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