Studium

Studium finanzieren: 5 Möglichkeiten im Überblick

Eine Person im grünen Shirt sitzt am Schreibtisch und schreibt etwas auf ein Blatt Papier. Daneben auf dem Tisch steht noch ein Laptop, sowie ein Sparschwein mit Münzen.

Ein Studium klingt erstmal gut: neuer Lebensabschnitt, eigene Wohnung, spannende Themen und endlich das machen, was dich wirklich interessiert. Dann kommt die Frage, die etwas weniger Spaß macht: Wie bezahlst du das eigentlich alles?

Miete, Essen, Semesterticket, Lernmaterialien und vielleicht noch die eine oder andere Party. Keine Sorge: Du musst dein Studium nicht komplett aus eigener Tasche bezahlen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die du auch miteinander kombinieren kannst. Und falls du dir noch gar nicht sicher bist, ob es überhaupt ein Studium werden soll, hilft dir unser Vergleich Ausbildung oder Studium bei der Entscheidung.

Möglichkeit 1: BAföG

BAföG ist für viele Studierende die wichtigste Unterstützung. Ob du BAföG bekommst und wie viel, hängt unter anderem vom Einkommen deiner Eltern, deinem eigenen Einkommen und deiner Wohnsituation ab. Das Geld bekommst du monatlich und kannst damit deine Lebenshaltungskosten während des Studiums bezahlen.

Der Höchstsatz liegt bei 992 Euro im Monat, wenn du in einer eigenen Wohnung lebst und selbst krankenversichert bist. Wohnst du noch bei deinen Eltern, sind es 671 Euro (Stand 2026). Das Beste daran: Nur die Hälfte ist ein zinsloses Darlehen, die andere Hälfte bekommst du geschenkt.

Wichtig: Auch wenn du glaubst, dass du wahrscheinlich kein BAföG bekommst, lohnt sich ein Check. Du weißt erst nach dem Antrag wirklich, woran du bist. Einen guten Überblick über alle Finanzierungsmöglichkeiten bekommst du außerdem bei den Studierendenwerken.

Möglichkeit 2: Nebenjob

Kellnern, Nachhilfe geben, im Supermarkt arbeiten oder als Werkstudent:in in einem Unternehmen einsteigen: Mit einem Nebenjob kannst du dir während des Studiums etwas dazuverdienen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Du verdienst dein eigenes Geld und sammelst gleichzeitig Berufserfahrung. Der Haken: Dein Studium sollte darunter nicht leiden. 15 Stunden zu arbeiten und gleichzeitig eine volle Vorlesungswoche plus Lernen unter einen Hut zu bekommen, kann schnell anstrengend werden.

Als Faustregel gilt: In der Vorlesungszeit solltest du bei höchstens 20 Stunden pro Woche bleiben. Dann giltst du weiterhin als Werkstudent:in und zahlst deutlich weniger Sozialabgaben. Wenn du Job und Studium lieber fest miteinander verzahnen möchtest, ist ein duales Studium eine Alternative: Dort bekommst du vom ersten Tag an ein Gehalt.

Möglichkeit 3: Unterstützung durch deine Eltern

Wenn es finanziell möglich ist, können dich deine Eltern während des Studiums unterstützen. Grundsätzlich besteht für Eltern eine Unterhaltspflicht bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Ein Master, der direkt auf den Bachelor folgt, zählt dabei in der Regel noch dazu.

Auch Kindergeld kann während des Studiums grundsätzlich bis zum 25. Geburtstag weitergezahlt werden, aktuell sind das 259 Euro im Monat. In vielen Familien wird es direkt an dich weitergegeben oder mit dem Unterhalt verrechnet. Sprich früh darüber, dann weißt du, mit wie viel du planen kannst.

Möglichkeit 4: Stipendium

Ein Stipendium ist mehr als nur etwas für absolute Überflieger:innen. Es gibt zahlreiche Stipendien mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Manche achten auf gute Leistungen, andere auf Engagement, bestimmte Fachrichtungen oder deine persönliche Situation.

Der große Vorteil: Du musst das Geld in der Regel nicht zurückzahlen. Das bekannteste Programm ist das Deutschlandstipendium mit 300 Euro im Monat, das unabhängig vom Einkommen deiner Eltern vergeben wird und sich sogar mit BAföG kombinieren lässt. Eine Bewerbung lohnt sich fast immer, denn die Auswahlkriterien sind breiter, als die meisten denken.

Möglichkeit 5: Studienkredit

Wenn andere Möglichkeiten nicht ausreichen, kannst du auch über einen Studienkredit nachdenken. Die KfW bietet beispielsweise einen Studienkredit mit monatlichen Auszahlungen an. Das Geld musst du später allerdings zurückzahlen, inklusive Zinsen.

Und die haben es in sich: Der effektive Jahreszins des KfW-Studienkredits liegt seit April 2026 bei 6,53 Prozent und wird alle sechs Monate neu festgelegt. Deshalb sollte ein Kredit eher deine letzte Option sein und nicht die erste.

Was ist also die beste Lösung?

Die gibt es nicht. Für viele funktioniert eine Kombination aus BAföG, Nebenjob und Unterstützung der Eltern. Andere finanzieren ihr Studium komplett selbst oder bekommen ein Stipendium. Was an deiner Wunschhochschule konkret auf dich zukommt, kannst du vorher im Hochschulkompass nachlesen.

Am besten rechnest du vor dem Studium einmal ehrlich durch, was jeden Monat reinkommt und was rausgeht. Dann weißt du nicht nur, dass du studieren kannst, sondern auch, wie du es finanzierst.

Häufige Fragen

Wie viel BAföG bekomme ich im Studium?

Der Höchstsatz liegt 2026 bei 992 Euro im Monat, wenn du in einer eigenen Wohnung lebst und selbst krankenversichert bist. Wohnst du noch bei deinen Eltern, sind es 671 Euro. Wie viel du tatsächlich bekommst, hängt vom Einkommen deiner Eltern, deinem eigenen Einkommen und deinem Vermögen ab. Sicher weißt du es erst, wenn du den Antrag gestellt hast.

Wie viele Stunden darf ich neben dem Studium arbeiten?

In der Vorlesungszeit solltest du bei höchstens 20 Stunden pro Woche bleiben. Dann giltst du weiterhin als Werkstudent:in und zahlst deutlich weniger Sozialabgaben. In den Semesterferien darfst du auch mehr arbeiten. Wenn du bereits einen ersten Abschluss hast, ist die 20-Stunden-Grenze zusätzlich für das Kindergeld wichtig.

Muss ich BAföG komplett zurückzahlen?

Nein. Beim Studierenden-BAföG ist die eine Hälfte ein Zuschuss, den du behalten darfst, die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen. Die Rückzahlung ist außerdem auf 10.010 Euro gedeckelt, egal wie viel Förderung du insgesamt bekommen hast. Losgehen tut sie erst fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer.

Yannick Heubrock

Schreibt im StickTo Blog über Ausbildung, Studium und den Weg in die Arbeitswelt, damit Berufsorientierung endlich einfach wird.

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