Ausbildung

Erstes eigenes Geld: Was bleibt vom Ausbildungsgehalt übrig?

Eine Frau im grünen Tshirt sitzt auf dem Boden und wirft Münzen in ein Sparschwein. Neben ihr steht eine Tüte auf dem Boden.

Endlich verdienst du eigenes Geld und kannst dir selbst etwas leisten. Klingt gut, oder? Mit deiner ersten Ausbildungsvergütung bist du ein Stück unabhängiger und kannst selbst entscheiden, wofür du dein Geld ausgibst. Doch bevor du dein ganzes Gehalt für neue Sneaker, Essen mit Freund:innen oder den nächsten Konzertbesuch verplanst, solltest du wissen, was am Monatsende wirklich übrig bleibt.

Brutto ist nicht gleich Netto: Das bleibt von deinem Ausbildungsgehalt

In deinem Ausbildungsvertrag steht meistens deine Bruttovergütung. Das ist allerdings nicht der Betrag, der auf deinem Konto landet. Davon werden unter anderem Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Was danach übrig bleibt, ist dein Nettogehalt.

Als Faustregel gehen gut 20 Prozent deiner Bruttovergütung an die Sozialversicherung. Lohnsteuer fällt bei den meisten Ausbildungsvergütungen dagegen keine oder nur wenig an, weil dein zu versteuerndes Einkommen meist unter dem steuerfreien Grundfreibetrag liegt.

Ein Beispiel: Wer 2026 eine duale Ausbildung beginnt, bekommt im ersten Ausbildungsjahr mindestens 724 Euro brutto im Monat. Auf deinem Konto landen davon ungefähr 570 Euro. Im Durchschnitt aller Ausbildungsjahre lag die tarifliche Ausbildungsvergütung 2025 bei 1.209 Euro brutto, das sind netto etwa 950 Euro.

Wie viel es bei dir genau ist, hängt zum Beispiel von deiner Krankenkasse und deinem Alter ab. Deshalb lohnt es sich, schon vor Ausbildungsbeginn mit einem Brutto-Netto-Rechner zu prüfen, mit welchem Betrag du tatsächlich rechnen kannst. Wie es nach deinem Abschluss weitergeht, liest du in unserem Beitrag zum Gehalt nach der Ausbildung.

Wo verschwindet dein Geld eigentlich?

Stell dir vor, du verdienst während deiner Ausbildung 1.000 Euro netto im Monat. Auf den ersten Blick ist das eine Menge Geld. Wenn du aber jeden Tag unterwegs bist, regelmäßig essen gehst und dir zwischendurch etwas gönnst, kann es schneller knapp werden, als du denkst.

Vielleicht sieht dein Monat ungefähr so aus:

  • 100 Euro für Bus, Bahn oder Sprit
  • 150 Euro für Essen und Getränke unterwegs
  • 100 Euro für Freizeit, Shopping und Unternehmungen
  • 50 Euro für Handy und Abos
  • 100 Euro zum Sparen

Damit hast du bereits 500 Euro verplant. Wenn du zu Hause wohnst, bleiben dir unter diesen Beispielannahmen weitere 500 Euro für andere Ausgaben oder Wünsche. Musst du dagegen Miete und Lebensmittel selbst bezahlen, sieht die Rechnung ganz anders aus.

Wichtig ist deshalb, dass du deine eigenen Kosten kennst. Die Zahlen sind nur ein Beispiel. Wie viel du brauchst, hängt von deiner Lebenssituation ab.

Mit einem Budget hast du mehr vom Geld

Ein Budget klingt erst mal ziemlich langweilig. Dabei hilft es dir vor allem, den Überblick zu behalten. Schreib dir zu Monatsbeginn auf, welche Ausgaben auf dich zukommen und wie viel du für Freizeit ausgeben möchtest. So merkst du frühzeitig, wenn du zu viel Geld ausgibst. Praktisch ist dafür ein Haushaltsbuch, ganz klassisch auf Papier oder als App.

Ein weiterer Tipp: Leg einen festen Betrag direkt nach dem Gehaltseingang zurück. Auch 20 bis 30 Euro im Monat sind ein Anfang. Mit der Zeit kannst du dir so etwas für größere Wünsche, den Führerschein oder unerwartete Ausgaben ansparen.

Du musst nicht auf alles verzichten

Natürlich sollst du dein Geld nicht nur sparen. Schließlich möchtest du dir auch mal etwas gönnen und mit Freund:innen etwas unternehmen. Es geht darum, die richtige Balance zu finden.

Wenn du weißt, was du dir leisten kannst, musst du am Monatsende nicht ständig überlegen, ob dein Geld noch reicht. Du gewinnst mehr Freiheit und lernst gleichzeitig, Verantwortung für deine Finanzen zu übernehmen.

Unser Tipp: Behalte deine Einnahmen und Ausgaben am besten ab deiner ersten Ausbildungsvergütung im Blick. So hast du dein Geld im Griff und nicht umgekehrt.

Häufige Fragen

Wie viel bleibt von meinem Ausbildungsgehalt netto übrig?

Von deiner Bruttovergütung gehen in der Regel gut 20 Prozent für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ab. Bei der Mindestausbildungsvergütung von 724 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr (Ausbildungsbeginn 2026) bleiben dir so ungefähr 570 Euro netto. Den genauen Betrag siehst du auf deiner Gehaltsabrechnung oder vorab mit einem Brutto-Netto-Rechner.

Muss ich in der Ausbildung Steuern zahlen?

Lohnsteuer fällt erst an, wenn dein zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt, 2026 sind das 12.348 Euro im Jahr. Bei den meisten Ausbildungsvergütungen wird diese Grenze nicht erreicht, deshalb zahlst du meist keine oder nur sehr wenig Lohnsteuer. Wurde trotzdem Lohnsteuer abgezogen, bekommst du sie mit einer Steuererklärung oft ganz oder teilweise zurück.

Wie viel sollte ich von meiner Ausbildungsvergütung sparen?

Eine feste Regel gibt es nicht, wichtiger ist, dass du regelmäßig etwas zurücklegst. Schon 20 bis 30 Euro im Monat sind ein guter Anfang, zum Beispiel per Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang. So baust du dir mit der Zeit ein Polster für den Führerschein, größere Wünsche oder unerwartete Ausgaben auf.

Yannick Heubrock

Schreibt im StickTo Blog über Ausbildung, Studium und den Weg in die Arbeitswelt, damit Berufsorientierung endlich einfach wird.

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