Ausbildung
Ausbildung wechseln: Was tun, wenn der Beruf nicht passt?
Du hast deine Ausbildung angefangen und merkst nach ein paar Wochen oder Monaten, dass der Beruf irgendwie nicht zu dir passt? Damit bist du nicht allein. Eine Ausbildung ist eine wichtige Entscheidung, aber du musst nicht für immer bei deiner ersten Wahl bleiben. Entscheidend ist, dass du herausfindest, was genau nicht passt und welche Möglichkeiten du jetzt hast.
Erst einmal herausfinden, was dich stört
Bevor du direkt über einen Wechsel nachdenkst, solltest du dir überlegen, wo das Problem liegt. Ist es der Beruf selbst, der Betrieb oder vielleicht das Team?
Vielleicht gefällt dir der Beruf eigentlich, aber du kommst mit deinem Betrieb oder deinen Aufgaben nicht klar. Dann kann ein Wechsel des Ausbildungsbetriebs eine Möglichkeit sein. Wenn du dagegen merkst, dass dir die Tätigkeiten überhaupt keinen Spaß machen, solltest du überlegen, ob ein anderer Ausbildungsberuf besser zu dir passt.
Auch ein Gespräch mit deinen Ausbilder:innen kann helfen. Manchmal ist der Start in eine Ausbildung einfach ungewohnt und die ersten Wochen sind nicht so, wie du sie dir vorgestellt hast.
Du kannst den Ausbildungsbetrieb wechseln
Wenn dir der Beruf grundsätzlich gefällt, aber du dich im Betrieb nicht wohlfühlst, musst du nicht gleich die gesamte Ausbildung aufgeben. Unter Umständen kannst du den Ausbildungsbetrieb wechseln und deine Ausbildung in einem anderen Unternehmen fortsetzen.
Informiere dich vorher genau über die Möglichkeiten und sprich am besten mit deiner zuständigen Kammer. So kannst du vermeiden, dass dir durch einen übereilten Wechsel Probleme entstehen.
Was, wenn der Beruf wirklich nicht passt?
Wenn du merkst, dass der Beruf überhaupt nicht deinen Vorstellungen entspricht, kann ein Wechsel des Ausbildungsberufs sinnvoll sein. Vielleicht hast du inzwischen herausgefunden, dass deine Interessen und Stärken woanders liegen.
Überlege dir deshalb in Ruhe, welche Tätigkeiten dir Spaß machen und welche Aufgaben du dir für deinen späteren Beruf wünschst. Auch ein Praktikum kann helfen, einen anderen Beruf erst einmal kennenzulernen.
Ein Wechsel ist kein Scheitern
Eine Ausbildung abzubrechen oder zu wechseln fühlt sich vielleicht erst einmal wie ein Rückschritt an. Das muss es aber nicht sein. Viel wichtiger ist, dass du dich nicht jahrelang in einem Beruf quälst, der überhaupt nicht zu dir passt.
Nutze deine bisherigen Erfahrungen und überlege, was du daraus gelernt hast. Vielleicht weißt du jetzt viel besser, was du möchtest und was nicht. Genau das kann dir bei deiner nächsten Entscheidung helfen.
Du hast nicht den falschen Weg gewählt. Du hast herausgefunden, welcher Weg besser zu dir passt.
Häufige Fragen
Kann ich meine Ausbildung in der Probezeit kündigen?
Ja. Während der Probezeit, die ein bis vier Monate dauert, können beide Seiten den Ausbildungsvertrag jederzeit ohne Frist und ohne Angabe von Gründen schriftlich kündigen. Nach der Probezeit kannst du mit einer Frist von vier Wochen kündigen, wenn du die Ausbildung aufgibst oder einen anderen Beruf erlernen möchtest.
Muss ich bei einem Wechsel des Ausbildungsbetriebs von vorne anfangen?
Nein, nicht unbedingt. Wenn du im selben Beruf bleibst, kann deine bisherige Ausbildungszeit in der Regel angerechnet werden. Kläre das am besten vorab mit deinem neuen Betrieb und deiner zuständigen Kammer.
Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich unsicher bin?
Erste Anlaufstellen sind deine Ausbilder:innen, die Berufsberatung der Agentur für Arbeit und deine zuständige Kammer. Auch ein Berufswahltest oder ein Praktikum kann dir zeigen, welcher Beruf besser zu dir passt.